Bürgertreff
Vereine+Parteien
Gebersdorf
Lage
Zeittafel
Literatur
Bilder
Marktplatz
Firmen
Kontakt
Gästebuch
Umfrage
Links
Impressum
Sitemap
News

Gebersdorf von 1303 bis 1799

 

 

 

2. Februar 1303, Lichtmesstag

anlässlich eines Besitzerwechsels taucht der Ortsname Gebersdorf zum ersten Mal im Licht der schriftlichen Geschichtsüberlieferung auf. Wie lange die Siedlung am Hochufer der Rednitz aber schon bestand, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. So bleibt als einziger fester Anhaltspunkt der Tag, an dem die burggräfliche Urkunde ausgestellt wurde. Gebersdorf bestand zu dieser Zeit zumindest aus 2 Höfen (Huben), deren Besitzer ein gewisser Kraft war.

In den folgenden Jahrhunderten nahm Gebersdorf die typische Entwicklung eines bäuerlich geprägten Weilers im Nürnberg-Fürther Umland. Die Herrschaftsrechte über den Ort lagen in verschiedenen Händen. Man kann daher sagen, dass die rechtlichen Verhältnisse in Gebersdorf ähnlich kompliziert und verschachtelt waren wie im nahen Fürth mit seiner bis heute im Stadtwappen durch das Kleeblatt repräsentierten „Dreiherrschaft“.

Zu den drei Herren Markgraftum, Bamberger Dompropst und Reichsstadt Nürnberg kamen schließlich noch die Grundherren der einzelnen Bauernhöfe: das Nürnberger Benediktinerkloster St. Egidien (in seiner Rechtsnachfolge das Landalmosenamt der Reichsstadt Nürnberg), das Augustinerinnenkloster Pillenreuth (in seiner Rechtsnachfolge das Klarenamt der Reichsstadt Nürnberg), das Dompropsteiamt Bamberg. 

 

1449 

Die Kriegswirren, die Nürnberg und seine Umgebung immer wieder heimsuchten, betrafen auch Gebersdorf.

Diesem sogenannten Ersten Markgrafenkrieg fielen zahlreiche Dörfer im Nürnberger Umland zum Opfer, denn die beiden Kriegsparteien versuchten vor allem die Wirtschaftskraft des Gegners zu schädigen. Zwischen dem 4. und dem 10. Juli 1449 wurde die Dörfer zwischen der Rednitz und Nürnberg von markgräflichen Truppen niedergebrannt, darunter auch Gebersdorf. Es ist zu vermuten, dass auch die damaligen Gebersdorfer nach Nürnberg flohen und dann wieder auf ihre zerstörten Besitzungen zurückkehrten.

  

1552 

Der Zweiten Markgrafenkrieg entfachte. Gebersdorf und seine Nachbardörfer gehörten wie schon 1449 zu den ersten Kriegsopfern, denn sie lagen wieder im Aufmarschgebiet des Markgrafen, der von Süden und Südwesten her Richtung Nürnberg marschierte. Die Kriegstaktik lautete diesmal „verbrannte Erde“. Über 170 Dörfer im Nürnberger Umland ereilte im Laufe dieses Krieges dasselbe Schicksal.

  

1620 

Gebersdorf wurde immer noch als Weiler bezeichnet, es blieb also bei der Größe von einigen Höfen.

  

Juli 1632 

Wallensteins Lager wurde am Hainberg errichtet. Es wurde innerhalb drei Tagen von 50.000 Soldaten mit einer 16 km langen Befestigungslinie umgeben. 13.000 Bäume wurden gefällt (ca. 4 km Befestigung), 64.000 Kubikmeter Erde wurden bewegt (eine Menge für die heute ca. 6.400 Lkws benötigt würden). 80.000 Menschen waren in diesem Lager untergebracht. Die Nachschublinien aus Bayern funktionierten nicht immer, so dass die Orte im und um das Lager – wie Gebersdorf – ratzekahl ausgeplündert wurden.

 

3. September 1632 

Die Schlacht an der Alten Veste. Gebersdorf rückte in den Mittelpunkt des Europäischen Geschichtsgeschehens. (In ganz Europa herrschte Krieg, und Gebersdorf war mittendrin). Gustav- Adolf rückte mit seinen Mannen von Nürnberg her bis kurz vor Gebersdorf an. Er ließ eine Linie mit 12 Batteriestellungen (72 Kanonen), davon drei Batterien am heute genannten Gustav-Adolf-Hügel, in Kanonenschussweite zu Wallensteins Lager errichten. Es endet zum wiederholten Male mit der Zerstörung des Ortes.

 

1632

Wie in den Nachbarorten dauerte es auch in Gebersdorf Jahrzehnte, bis sich der Ort von den Schäden in Haus und Flur sowie von den Bevölkerungsverlusten des Jahres 1632 erholt hatte. Die Umgebung des Lagers war die am meisten vom Dreißigjährigen Krieg mitgenommene Landschaft Frankens. Daher stammt kein Gebäude in Gebersdorf aus einer früheren Zeit als dem späten 17. Jahrhundert. Charakteristisch für die Gebersdorfer Höfe war die Ummauerung mit einer Sandsteinmauer, vielleicht eine Reaktion auf die Verheerungen durch die Kriege.

  

um 1700

Die größten Kriegsschäden dürften beseitigt gewesen sein, und ein langsames Wachstum setzte ein.

  

1792 

Preußisches Militär rückt in den fränkischen Markgrafentümern ein – Gebersdorf wurde preußisch

 

1805

Das preußische Fürstentum Ansbach ging im Tausch, gegen Hannover, an Frankreich – Gebersdorf wurde französisch

 

1805

Frankreich gab das Fürstentum Ansbach sofort an Bayern weiter – Gebersdorf wurde bayrisch, ein Jahr früher als Nürnberg

 

1808

Steuerdistrikte wurden gebildet, die dann ab 1818 nach dem Erlass einer neuen Gemeindeordnung zu selbstverwalteten Gemeinden im modernen Sinn als unterste Einheit der staatlichen Gliederung aufgestuft wurden. Gebersdorf war Teil des Steuerdistriktes, später der Gemeinde Großreuth bei Schweinau, der auch Kleinreuth angehörte. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden mit der Einöde Felsen und der Neumühle zwei weitere Ortsteile eingemeindet. Die Gemeinde Großreuth gehörte zum königlichen Landgericht Nürnberg, vergleichbar den heutigen Landkreisen.

 

im 19. Jahrhundert

Das Landschaftsbild in und um Gebersdorf veränderte im Laufe des 19. Jahrhunderts sein Gesicht: Die Landstraße von Stein nach Fürth, die heutige Gebersdorfer Straße, wurde befestigt und ausgebaut, an ihr entstanden Straßenwärterhäuschen, etwa das heutige Anwesen Gebersdorfer Straße 89 und das Zollhaus bei Fürth-Süd auf dem Gelände der heutigen Firma Barthelmess (inzwischen abgerissen). An diesen Stationen wurde bis Mitte der 1920er Jahre Pflasterzoll, also eine Art Maut, erhoben; zuletzt hatte etwa ein Fuhrwerk zehn Pfennig, ein Handwagen fünf Pfennig Pflasterzoll zu zahlen. Der Straßenwärter bei Fürth-Süd hatte noch weitere Aufgaben, so die Prüfung der nach Nürnberg anzuliefernden Milch, um Milchpanschereien zu verhindern, und das Ablesen des Rednitzpegels sowie die Untersuchung des Rednitzwassers auf Schwebstoffe. Das Anwesen Gebersdorfer Straße 89 war noch bis in die 1940er Jahre als Gefällstelle.

 

1875

Andere neue Verkehrswege zerschnitten oftmals bisher naturräumlich zusammenhängende Gebiete: die Eisenbahnen. Durch die Ansbacher Bahnlinie und durch die umfangreichen Anlagen des Bahnhofes Stein wurde Gebersdorf von seiner östlichen Umgebung nahezu abtrennt, allein die Bahnunterführung an der Gebersdorfer Straße sicherte die Verbindung Richtung Röthenbach und Stein.

 

1. Januar 1899

Am 1. Januar 1899 ging für Großreuth und damit auch für Gebersdorf die Zeit als selbständige Gemeinde zu Ende. Die Eingemeindung von 13 Vorortgemeinden, wurde im Rathaussaal feierlich vollzogen. Gebersdorf war nun Teil der 5444 Hektar großen und 236000 Einwohner umfassenden Großstadt Nürnberg geworden.

 

1900

Das Adressbuch dieses Jahres verzeichnet 32 Hausnummern (inkl. Neumühle), darunter ein eigenes Spritzenhaus, das zugleich als Unterstand für den Leichenwagen diente (damalige Hausnummer 79).

 

1906

Im Zusammenhang mit dem Flussbad an der Rednitz entwickelte sich ein reger Ausflugstourismus aus den Arbeitervororten Nürnbergs heraus.

 

1907

erfolgte der Anschluss an die Wasserversorgung.

 

1930er Jahre

Mit dem Bau der sogenannten Stadtrandsiedlungen Neumühle und Hügelstraße entstanden Häuser für Arbeitslose und sozial schwache Familien. Das Bevölkerungswachstum im Stadtteil machte den Bau einer neuen Schule notwendig. Sowohl der evangelische als auch der katholische Teil der Gebersdorfer Einwohner strebten nach einem eigenen Gotteshaus.

 

1939-1945

Von den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges blieb der Stadtteil vermutlich dank seiner peripheren Lage weitgehend verschont, obwohl er im Bombenabwurfgebiet der benachbarten Kasernen lag.

 

nach 1945

Nach Kriegsende entstanden in Gebersdorf ausgedehnte Siedlungen, die eine immer stärkere Verdichtung erfuhren. Im äußersten Südwesten Nürnbergs fanden Arbeitslose und Kurzarbeiter eine Heimat ebenso wie Ausgebombte, Evakuierte und Flüchtlinge sowie Opfer des Nazi-Terrors.

Die einst industriell geprägte Neumühle und das bäuerliche Gebersdorf waren mit den zahlreichen neuerbauten Siedlungen nun zusammengewachsen.


 

bürgertreff.gebersdorf@t-online.de